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Thesenpapier „Campus der Musik“


Ausgangslage

Derzeit verfügt Bonn über einen großen Konzertsaal in der Beethovenhalle, einen kleinen Kammermusiksaal im Beethovenhaus, aber über keinen mittelgroßen Kon­zertsaal. Daher empfehlen wir, den Standort Beethovenhalle zu einem multifunktio­nalen „Campus der Musik“ weiterzuentwickeln, in dem die unterschiedlichen Strö­mungen des Musiklebens an einem Ort vereint werden können. Im Mittelpunkt des Campus steht die Beethovenhalle, ergänzt durch einen Konzertsaal mittlerer Größe. Ein solches erweitertes Raumangebot würde viele Vorteile für das Profil der Musik­stadt Bonn mit sich bringen. Voraussetzung dafür ist eine denkmalgerechte und nutzerfreundliche Restaurierung der Beethovenhalle.


Campus der Musik

1. Mit einem mittleren Konzertsaal zusätzlich zur Beethovenhalle stünde ein geeigne­ter Ort für die zu erwartende Zuhörerzahl für Kammermusik, kammersinfonische Werke und Neue Musik zur Verfügung. Dadurch würde die große, sich durch die Geschichte der Beethovenfeste hindurchziehende Tradition der Pflege des kammer­musikalischen Werks von Ludwig van Beethoven gestärkt. Während des Beethoven­festes, bei Veranstaltungen des Deutschen Musikwettbewerbs und weiteren Musiker­eignissen könnte die Nachfrage nach einem höheren Platzangebot befriedigt werden.

2. Das Beethoven Orchester Bonn erhielte eine Heimstatt, die alle Funktionen des Konzertbetriebes ermöglichen würde. Der Große Saal der Beethovenhalle würde von der Probentätigkeit des Orchesters entlastet und stünde vermehrt für andere Veran­staltungen zur Verfügung.

3. Ein Neubau könnte zudem ein Haus für eine schon seit längerer Zeit vom Beethoven Orchester Bonn geforderte Akademie für Konzertpädagogik werden – in Zusammenarbeit mit den zahlreichen in Bonn ansässigen Musikverbänden sowie wei­teren Institutionen der Musikpädagogik.

4. Für eine Erweiterung der Beethovenhalle zu einem Campus der Musik wäre das südliche Nachbargelände (Erzbergerufer) auch aufgrund seiner Rheinlage und zu er­wartender Synergieeffekte ein geeigneter Standort.

5. Bestimmte gewünschte Funktionen dieses Musikzentrums könnten im neuen Gebäude realisiert werden, so dass sich Eingriffe in die Denkmalsubstanz der Beetho­venhalle vermeiden und Sanierungskosten verringern ließen. Eine Verbindung zwi­schen dem neuen Haus und der bestehenden Beethovenhalle kann denkmalgerecht verwirklicht werden.

6. Eine architektonisch ansprechende Erweiterung des Standorts Beethovenhalle in Rheinlage schafft Spielraum für eine stärkere Öffnung zum Rhein, wie sie im Rahmen der Regionale 2010 angestrebt wurde und auch im Masterplan für die Innere Stadt empfohlen wird. Zusammen mit der Oper könnte sich hier analog zur Museumsmeile im Süden die von der Stadt Bonn anvisierte „Musikmeile“ im Norden der Stadt ent­wickeln.

7. Das Rheinviertel würde durch einen Campus der Musik belebt. Während der Bau- und Modernisierungsphase entstünden keine Umzugs-, Miet- und sonstige Interims­kosten durch den Ausfall einer Spielstätte. Der Standort Beethovenhalle ist im Bewusstsein der Bürger verankert. Auch die Nähe zur City und eine entsprechende Infrastruktur sind gegeben.

Als Konsequenz appellieren wir an die Bundesstadt Bonn, schon jetzt das städtische Grundstück am Erzbergerufer mit Studentenwohnheim und davorliegendem Park­platz für den Neubau eines mittleren Konzertsaals zu reservieren.


Bonn, 12. Juli 2011

ProBeethovenhalle e.V.

  in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis zur Erhaltung des historischen Stadtgefüges von Bonn

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Bonner Appell


Die Beethovenhalle dient seit ihrer Eröffnung im Jahr 1959 als Hauptspielstätte der Beethovenfeste. Sie wurde in großer Verehrung vor dem Werk und der Person Ludwig van Beethovens geschaffen und repräsentiert in besonderer Weise Demokratie-, Architektur- und Musikgeschichte. Nach dem Verlust des historischen Plenarsaales von Hans Schwippert verbleibt sie als authentisches Zeugnis für die Nachkriegsarchitektur und die Zeit Bonns als Bundeshauptstadt.

Die Beethovenhalle ist ein herausragendes Baudenkmal und stellt einschließlich ihrer Gärten und Außenanlagen ein außergewöhnliches und originelles Beispiel für das organische Bauen dar. Denkmalschutz ist ein wichtiger Faktor der Kultur. Kultur ist immer auch Erinnerungskultur, die ihre lebendigen Orte braucht. Folglich ist es erforderlich, dass Rat und Verwaltung der Stadt Bonn eine Grundsatzentscheidung für die dauerhafte Bewahrung der Beethovenhalle und ihrer Außenanlagen fällen und den Sanierungsstau beenden. Wir setzen sich dafür ein, dass die Beethovenhalle innerhalb des zu erstellenden Kulturkonzeptes für die Stadt Bonn eine tragende Rolle spielt.

Die Beethovenhalle ist aufgrund ihrer Geschichte ein nationales Denkmal und Wahrzeichen der Demokratie in Deutschland. Sie stellt das Ergebnis einer großen gemeinsamen Anstrengung von Stadt, Land, Bund, Bonner Bürgerschaft und zahlreichen renommierten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dar. Wir machen uns mit dem Verein ProBeethovenhalle e.V. auf allen politischen Ebenen dafür stark, dass Bund und Land für die Beethovenhalle als nationalem Beethoven-Festspielhaus Mittel zur Verfügung stellen.


Bonn, 29. Januar 2011
Das Kuratorium des Vereins ProBeethovenhalle e.V.

gez. Prof. Dr. Roland Günter, Prof. Dr. Hiltrud Kier, Prof. Dr. Heijo Klein, Prof. Dr. Gisbert Knopp, Prof. Dr. Günther Massenkeil, Prof. Volker Wangenheim


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Informationsblatt Bonner Appell (April 2011)

Vorderseite     Rückseite

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Positionspapier

1) Die Beethovenhalle ist seit über 50 Jahren das Bonner Beethoven-Festspielhaus, denn sie dient seit ihrer Eröffnung im Jahr 1959 als Hauptspielstätte der Beethovenfeste. Sie kann heutigen Erfordernissen entsprechend angepasst werden. Eine denkmalgerechte Modernisierung ist der ökonomischste Weg hin zu einer Spielstätte, in der die großen Beethovenjubiläen in den Jahren 2020 (250. Geburtstag) und 2027 (200. Todestag) würdig gefeiert werden können. Die Beethovenhalle wurde in großer Verehrung vor dem Werk und der Person Ludwig van Beethovens geschaffen, in erster Linie als Konzertsaal, in zweiter Linie als städtischer Mehrzweckbau, darüber hinaus aber auch als Sinnbild der neuen nationalen Identität der aufstrebenden Bundesrepublik Deutschland.

2) Die Beethovenhalle repräsentiert in besonderer Weise Demokratie-, Architektur- und Musikgeschichte. Sie ist seit über 50 Jahren Zentrum des Bonner Kultur- und Gesellschaftslebens und hat dem politischen Geschehen Bonns und der Bundesrepublik einen angemessenen Rahmen verliehen. Nach dem Verlust des historischen Plenarsaales von Hans Schwippert verbleibt sie als authentisches Zeugnis für die Nachkriegsarchitektur und die Zeit Bonns als Bundeshauptstadt. Sie ist ein nationales Wahrzeichen für die Bonner Republik und folgerichtig deshalb auch der zentrale Ort der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit und zum NRW-Tag 2011. Sie muss deshalb auch in den „Weg der Demokratie“ einbezogen werden.

3) Die Beethovenhalle ist ein herausragendes Baudenkmal und stellt einschließlich ihrer Gärten und Außenanlagen ein außergewöhnli­ches und originelles Beispiel für das organische Bauen dar. Dieses Werk des Scharoun-Schülers Siegfried Wolske steht in einer Reihe mit Bauten wie der Philharmonie in Berlin und der Liederhalle in Stuttgart. Denkmalschutz ist ein wichtiger Faktor der Kultur. Kultur ist immer auch Erinnerungskultur, die ihre lebendigen Orte braucht. Der Denkmalschutz hat in Bonn einen höheren Stellenwert verdient.

4) Das gesamte Gelände der Beethovenhalle und ihrer Außenanlagen bis hin zum Rheinufer wurde 1990 in die Bodendenkmalliste eingetragen. Aus der Anlage zur Eintragung als ortsfestes Bodendenkmal: „Dieses setzt sich zusammen aus Funden und Fundschichten der römischen Zeit, des Mittelalters und der frühen Neuzeit. […] Eine Erhaltung ist aus wissenschaftlichen, insbesondere archäologischen, und siedlungsgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse geboten.“ Die untertägige Denkmalsubstanz wurde beim Bau der Beethovenhalle bereits berücksichtigt.

5) Folglich ist es erforderlich, dass Rat und Verwaltung der Stadt Bonn eine Grundsatzentscheidung für die dauerhafte Bewahrung der Beethovenhalle und ihrer Außenanlagen fällen und den Sanierungsstau beenden. Denkmalschutz verhindert keineswegs konsensfähige Lösungen, die Tradition und Moderne verbinden. Deshalb sind bei allen Renovierungsarbeiten und Baumaßnahmen die Untere und Obere Denkmalschutzbehörde mit einzubeziehen.

6) Der Verein ProBeethovenhalle setzt sich dafür ein, dass die Beethovenhalle innerhalb des zu erstellenden Kulturkonzeptes für die Stadt Bonn eine tragende Rolle spielt. Im Rahmen dieses Prozesses sollten diejenigen, die die Halle nutzen wollen, ihre Wünsche und Anforderungen einbringen. Diese Wünsche der Nutzer werden unter dem Gesichtspunkt der Denkmalpflege bewertet und fließen dann in eine neue öffentliche Ausschreibung zur Modernisierung der Halle ein.

7) Die Beethovenhalle ist aufgrund ihrer Geschichte ein nationales Denkmal und Wahrzeichen der Demokratie in Deutschland. Sie stellt das Ergebnis einer großen gemeinsamen Anstrengung von Stadt, Land, Bund, Bonner Bürgerschaft und zahlreichen renommierten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dar. Im „Kuratorium zur Förderung der Pflege des geistigen und kulturellen Erbes Ludwig van Beethovens“ befanden sich viele bedeutende Musiker und Politiker, z. B. Yehudi Menuhin, Paul Hindemith, Theodor Heuss, Elly Ney und andere. Die Bewahrung der Halle ist auch heute eine gemeinschaftliche Aufgabe für Stadt, Land, Bund und Bonner Bürgerschaft.

8) ProBeethovenhalle macht sich auf allen politischen Ebenen dafür stark, dass Bund und Land für die Beethovenhalle als nationalem Beethoven-Festspielhaus Mittel zur Verfügung stellen. Der Verein würde die Einrichtung einer Stiftung zur Unterstützung nötiger Instandhaltungsmaßnahmen begrüßen.


Bonn, November 2010

ProBeethovenhalle e.V.


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Alles spricht für den Erhalt der Beethovenhalle!


Die Beethovenhalle steht unter Denkmalschutz.

Die Beethovenhalle prägt mit ihrer markanten Silhouette das Bild der Stadt. Sie ist ein authentisches Zeugnis für die Zeit Bonns als Bundeshauptstadt. Ein Abriss wäre eine Zerstörung des historischen Gedächtnisses unserer Stadt und der Bundesrepublik.

Die Beethovenhalle ist ein unentbehrlicher Veranstaltungsort.
Hier findet das Bonner Kulturleben statt: Konzerte (Klassik, Jazz, Pop etc.), Messen, Märkte, Kongresse, Bälle, Karnevalssitzungen u. v. m. Nach einem Abriss gäbe es dafür keinen geeigneten Platz mehr.

Die Beethovenhalle stellt einen erheblichen Vermögenswert dar.
Als private Stifter haben 1959 viele Bonner Bürger den Bau mit ermöglicht. Noch 1996 wurden in Renovierung und Erweiterung mehr als 20 Millionen DM investiert. Ein Abriss würde die Vernichtung dieses Wertes bedeuten.

Die Beethovenhalle ist voll funktionsfähig.
Gewisse Mängel sind durch die jahrelange Vernachlässigung entstanden. Sie können mit überschaubarem Kostenaufwand behoben werden. Auch die Akustik ist besser als behauptet wird, was Gutachten von Experten bestätigen.

Die Beethovenhalle ist ein kunsthistorisch bedeutsames Bauwerk.
Sie stellt ein einzigartiges Beispiel des organischen Bauens dar, mit wenigen Parallelen wie z.B. der Liederhalle in Stuttgart und der Philharmonie in Berlin. Sie ist das Hauptwerk des Scharoun-Schülers Siegfried Wolske.

Die Bonner Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich mit ihrer Beethovenhalle.
Der Abriss der Beethovenhalle würde für die Stadt Bonn einen weiteren Verlust ihrer Identität bedeuten. Die Bürgerinnen und Bürger sind in die aktuellen Planungen um die Beethovenhalle – Abriss oder Erhalt – nicht einbezogen worden. Sie fühlen sich überrumpelt. Der Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch aber sagt: „Die Beethovenhalle gehört den Bonnerinnen und Bonnern!“ (28.11.2009, Kolloquium in der Universität Bonn).

Außerhalb Bonns versteht niemand die Absicht, die Beethovenhalle abreißen zu wollen.
Die überregionale Presse ist sich einig in dem Urteil: Ein Abriss der Beethovenhalle käme einem „barbarischen Akt“ gleich. Prof. Volker Wangenheim, ehemaliger Bonner Generalmusikdirektor: „Abreißen heißt Kultur zerstören!“ (28.11.2009, Kolloquium, in der Universität Bonn).

Bonn, Februar 2010
Bürgerinitiative ProBeethovenhalle

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